Bösartiger Virus: „Süßes Gift – Hilfe als Geschäft“

Dieser brisante und bohrende Dokumentarfilm macht sich garantiert viele Feinde. Die allzeit solidarische Front der „Afrika-Retter“ – allen voran Bono – wird angesichts der hier gemachten Äußerungen das nackte Grauen packen.

Dabei ist es ganz einfach. Einer der in der Doku interviewten Intellektuellen fasst es in etwa so zusammen: „Ein bösartiger Virus hat das afrikanische System befallen. Sein Name: Entwicklungshilfe“.
Hört! Hört!
Ein anderer Interview-Partner formuliert es konkret: „Entwicklungshilfe ist einfach ein Geschäft. Und nur deswegen läuft sie unentwegt.“
Oder weiter: „Wenn man früher einem Afrikaner sagte, er wäre arm, war das eine Beleidigung. Wenn man ihm noch sagte, er wäre zahlungsunfähig, war die Beleidigung noch größer. Heute jedoch gehen unsere Regierungen hin und stellen sich und ihre Bevölkerung als arm und zahlungsunfähig hin. Und diese einst nahezu unermessliche Beleidigung wird heute akzeptiert.“

Natürlich muß im Fall einer Katastrophe kurzfristig und auch schnell geholfen werden. Doch ist es im „Fall Afrika“ wohl so, dass die NGOs im Land sind und einfach nicht mehr gehen – was die Afrikaner, so die Doku, sehr wundert.

Mit der deutsch-österreichischen Produktion „Süßes Gift – Hilfe als Geschäft“ stellt der Dokumentarist Peter Heller nüchtern und sachlich Studien aus Mali, Kenia und Tansania vor. Er überprüft die „Erfolge“ der Entwicklungshilfe aus Sicht der Afrikaner und fragt genau wie jene: Wie kann es sein, dass nach 50 Jahren und über einer halben Billionen geleisteter US-Dollar Hilfsgelder nach wie vor der erhoffte Entwicklungsschub ausbleibt?

Zynismus am Rande: Allerdings hat das Verfahren „Entwicklungshilfe“ in den Geber-Ländern (also z.B. bei uns) etlichen Menschen Arbeit und Lohn sowie den Unternehmen beträchtliche Gewinne gebracht. Ein fürwahr perfektes Geschäft. Fragt sich, für wen.

Wir sehn uns im Kino bei „Süßes Gift – Hilfe als Geschäft“ am Sonntag, 13. Januar nur 18:00 Uhr/ Mittwoch, 16. Januar, 18:00 und 20:15 Uhr im Kino in der Lagerhalle in Osnabrück.

Glück Auf!

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