Lektion 3

Festival-Verweigerung 

Ein Leben lang – naja, solange es das EMAF halt gibt – habe ich den weiten Weg nach Osnabrück auf mich genommen, um teilzuhaben am Neusten aus der Medienkunst.

In diesem Jahr bin ich – still protestierend – erstmals zu Hause geblieben, habe ich mich durch die ach so subversive Aktion „European Borger Watch Organisation“ (http://www.europeanborderwatch.org/) doch ziemlich angepisst gefühlt. Es wurde – alles Kunst, alles Fake, alles vom Steuerzahler gelöhnt – mit den Sorgen und Befürchtungen a) der Steuerzahler und b) den leibhaftigen Leben von Menschen gespielt.

Die Aktion suggerierte, dass man sich zum Schützer europäischer Grenzen machen kann. So könne man Menschenleben im Mittelmeer schützen und zugleich Europa vor was auch immer bewahren. Benutzt wird – und wurde – auf der Website (habe einen screenshot davon gemacht) mit dem originalen Frontex-Logo (http://frontex.europa.eu/) – na super. Sich so den Anschein von Authentizität verschaffen wollen. 

Ist das wohl so mit Frontex abgesprochen? Hhhhmmmmhhhh? Sooo witzig, sooo subeversiv, soooo ironisch (wir erinnern uns, „Irony“ war diesjähriges Festival-Thema?). In Wirklichkeit soooo zum Ko….!

Wir sehn uns im Kino!

Glück Auf!

 

 

Ironie

 – aber bitte in Großbuchstaben: IRONIE!

Das European Media Art Festival (EMAF), zeitlich vor allem aber inhaltlich zwischen den „großen“ Filmfestivals in Berlin, Oberhausen und Cannes positioniert, überrascht diesjährig (Mi., 22.-So., 26. IV.) mit IRONIE, genauer mit:

DIE IRONIE IN DER MEDIENKUNST – SUBVERSIVE INTERVENTIONEN

Dabeisein ist alles!

Wir sehn uns im Kino!
Glück Auf!

 

 

von sspicy5 Veröffentlicht in Festivals Verschlagwortet mit

Alles Wurst

Das war dann ja – der Eurovision Songcontest – eine echte Sternstunde. Selten so gelacht. Aber lachen ist ja gesund.

Jedenfalls ist es doch ziemlich erheiternd, dass das zunehmend atheistische, vegetarische und vegane europäische Volk ausgerechnet einen Interpreten/ eine Interpretin wählt, die
a) eine/r Jesus-Darstellung nachahmt/ nachempfunden ist
und
b) Wurst ist, pardon heißt, ihren Nachnamen so benennt.

Kann uns das – oder soll uns das sogar – etwas sagen?

Wir sehn uns im Kino!
Ihre Evita Nagelholz (zum Fressen gern)

Glück Auf!

von sspicy5 Veröffentlicht in Festivals Verschlagwortet mit

Mal ohne nackte Kerle

Abenteuerlustig wie gewohnt habe ich auch in diesem Jahr die weite Anreise auf mich genommen, um beim European Media Art Festival dabei sein zu können. Was soll ich sagen? Es hat sich gelohnt. Wenn heute abend die Preise vergeben sind und das BEST of EMAf-Programm gelaufen ist, können sich die Synapsen für ein Jahr ausruhen.

Doch halt!

Dieses Jahr war es ein klein wenig anders. Neben all den Diskussionen um die unabänderliche Überwachungs-Situation, (früher, vor dem global village waren es die Nachbarn) gab es Überraschendes. Da war dieses – ich sage mal – nette Projekt „BYOB – Bring Your Own Beamer“. Beim Start noch im Cafe Spitzboden in der Lagerhalle untergebracht, zog es die Aktiven angesichts des wohlig-molligen Klimas alsbald hinaus an die Luft. Schnell war die Kunsthalle Dominikanerkirche als Projektionsfläche ausgemacht. Wie schön. Dass dann aus umliegenden Häusern die Nachbarschaft aus ihren in 3. Etage gelegenen Wohnungen mitmachte, brachte einen zusätzlichen Reiz: Höhere Projektionen hat man in Osnabrück wohl kaum gesehen. (Foto: Fassadenprojektion Schloss Moers)

Es kam noch besser! Weil: Anders!

Am Samstag fand dann im Haus der Jugend die Festival-Performance zur attraktivsten Zeit statt. Tja, was gab es da in früheren Jahren schon zu sehen: Nackte Männer, die sich lange Nadeln in was auch immer für entlegene Körperteile gesteckt hatten und … ah, ich vergesse das mal lieber.

Diesjährig wurde es kontemplativ. Very nice. Wirklich. Mit „The Diamond Road Show“ hatten die Festival-Macher ein echtes Sahnestückchen gebucht. Und das allerbeste: Die an Flicker und Flacker und schnell-was-checken-gewöhnten Zuschauer im übervoll besetzten Saal blieben entspannt sitzen, hörten zu, sahen zu, klatschten begeistert, blieben bis nach dem Schluss, um sich die experimentelle Trickfilmästhetik produzierende Bildmaschine anzusehen.

Perfekt!

Wir sehn uns im Kino!
Glück Auf!

Doppel-D

Digitaler Detox – DAS magische Wort schlechthin. Und genau dorthin will ich, in den DD. In den Zusammenhang finde ich bei Recherchen  ein passendes Bildchen: Martha Roslers „Bringing the War Home“, das u.a. beim European Media Art Festival (EMAF) 2009 in der Ausstellung „Bilderschlachten“ zu sehen war.

Ja! Das EMAF wird es auch in diesem Jahr geben. Festival-Titel: „We, the Enemy“. Das Bild zeigt einen weißen intelligenten Mann (Bart), dem die Resignation ins Gesicht geschrieben ist. Tja.

Das EMAF ist jedenfalls garantiert kein DD.
Bis dahin geht es in die analoge Welt (Rückfälle sind garantiert). Hab Euch lieb.

Wir sehn uns im Kino!
Glück Auf!

Süß geht immer…

…. oder: Japan mon amour!

Neulich war mal wieder ein Friseur-Besuch dran. Also auf nach Düsseldorf. Dort gibt es japanische Haarschneide-Künstler, denen das Wohlergehen ihrer Kunden wirklich am Herzen liegt. (In Berlin, im Dong Xuan Center ist das auch so, zwar preiswerter, auch schneller, dafür aber sind die Haarpflegeprodukte eher schlichterer Natur und es fehlt die luxuriöse, im Preis inbegriffene Kopfmassage – wozu ich nur sage: Japaner sind keine Warmduscher.)

Dieses mal also Düsseldorf, Immermannstraße. Danach kam der kleine Hunger und auf dem Weg zu einem Stoffgeschäft kam ich bei WARAKU vorbei. Mein Blick ging zur Verkaufstheke, mein Körper folgte von ganz allein. Hausgemachte Mojis lachten mir zu. Also schnell ein Häppchen gekauft und glücklich weiter.

Der Tag war insgesamt sehr nett.

Kaum zu Hause, erreicht mich dann die Meldung vom Festival des neuen japanischen Films, das zu seiner 9. Auflage (30. Oktober – 3. November 2013) einlädt. Das Programm kann sich wie schon in den Vorjahren wirklich sehen lassen.

Und was lernen wir daraus?
a) Man kann Japan in Deutschland eindeutig auch woanders finden, es muß nicht immer Düsseldorf sein.
b) Will mir die Koinzidenz der Ereignisse etwas sagen bzw. gibt es Zufall? Ja? Nein? Entscheiden Sie jetzt!

Wir sehn uns im Kino!

Glück Auf!

Wichtig(er): EMAF 2013 + GEZ

Sorry liebe EMAF-Macher, aber: Wirklich nur ausnahmsweise, aber viel viel wichtiger als das diesjährige EMAF und anderes ist die Initiative „Abschaffung der GEZ – Keine Zwangsfinanzierung von Medienkonzernen“. Die damit verbundene Petition kann inzwischen über 100.000 Unterzeichner (einige sind ja vielleicht doppelt dabei, wer weiß) vorweisen.

Haben Sie denn schon gezeichnet? Hier geht’s!

Warum Sie das tun sollten, ja sogar wollen: Bezahlen Sie vielleicht im Supermarkt für Waren, nur weil Sie die ja kaufen könnten obwohl in Ihrem Einkaufswagen ganz andere Produkte liegen? Wenn das Projekt GEZ klappt, dann gibt es demnächst die KFZ-Steuer für alle. Immerhin könnten Sie ein Auto haben, schließlich werden die ja angeboten.
Viel Erfolg!

Ach ja, und es gibt Demos, z.B. in Köln (Näheres siehe hier)

Jetzt aber: Ebenfalls ganz ganz viel Erfolg wünschen wir dem 26. EUROPEAN MEDIA ART FESTIVAL
(EMAF) vom 24.–28. April 2013. Im Veranstaltungsort Osnabrück laufen, so die Presse-Mitteilung, die Vorbereitungen für diese Festival-Ausgabe auf Hochtouren. Wer seine Teilnahme sichern und sich akkreditieren möchte, kann das ab jetzt tun. Auf www.emaf.de finden sich die weiteren Informationen dazu.

Alle Neuigkeiten und Infos zum Festival finden sich regelmäßig auch auf facebook, twitter, vimeo und flickr.

Das EMAF auf Arte Creative: http://creative.arte.tv
Das EMAF Archiv-Projekt: http://www.dca-project.eu

Wir sehn uns – immer wieder gerne – im Kino.
Glück Auf!

Gerade erreicht mich eine Meldung vom Festival des neuen japanischen Films

Dieses Festival für den erlesenen Geschmack lädt – wie immer im 2-Jahres-Rhythmus – zum

FILM ZUM FRÜHSTÜCK 2012
ein und schreibt dazu:

Liebe Freundinnen und Freunde des japanischen Kinos,

liebe Frühstückshungrige,

in diesem Jahr laden wir Sie und Euch wieder herzlich ein zum

Film zum Frühstück

am Sonntag, den 4. November 2012

im Haus der Jugend

Einlass: 10.30 Uhr / Filmstart: ca. 11 Uhr

Eintritt: 16 € / ermäßigt 12 €. (inklusive Frühstück)

Diesmal zeigen wir den Film

Windblumen (Kazahana) Japan 2000. 116 Minuten. (OmdU)

Sehr lakonisch und ohne jede falsche Sentimentalität aber mit wunderschönen Bildern von Hokkaido schildert dieses Roadmovie die Annäherung zweier grundverrschiedener Menschen, die nicht so recht in die japanischen Traditionen von Familie und Karriere passen wollen.

Weitere Informationen unterwww.festival-des-neuen-japanischen-films.de

Eine verbindliche Reservierung ist erforderlich bis Dienstag, den 30. Oktober 2012, unter japanfilm@osnanet.de oder unter 0541 – 43 18 29.

Wir wünschen kurzweilige Unterhaltung und guten Appetit!

Viele Grüße

Ihr/ Euer Festivalteam

Wir sagen dazu: Wir sehn uns beim Film-Frühstück!

Glück Auf!

von sspicy5 Veröffentlicht in Festivals Verschlagwortet mit