Tränen am Hafen

Da denken wir natürlich sofort an Ideal  und ihren Song „Tränen am Hafen“.

Tatsächlich sitze ich in der Sonne, genieße einen fulminanten Hafenblick und freue mich meines Lebens.

Aber: „Niemand ist mehr treu.“ Wirklich?

Und schon stellt sie sich ein, die „Monotonie in der Südsee“. Dazu fallen mir dann „Blaue Augen“ ein.

Aber Achtung: Gefahr hoch 10! Denn: „Blaue Augen, Himmelssterne, küssen und poussieren gerne!“ wusste schon die Oma.

Das waere unter Umstaenden wirklich ein Rücksturz in die „Eiszeit“ zu überlegen.

Wir sehn uns im Kino!
Glück Auf!

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Mit den Wölfen heulen

Aus aktuellem Anlass geht es weiter mit Ian Fleming und seinem Helden, Agent James Bond. Der Roman ‚Feuerball“ (1961) scheint fuer das Drama um den verschwundenen Flieger (Flug MH370) das Drehbuch geliefert zu haben.

Flieger mit wertvoller Fracht geraet ins Visier böser Buben. Diese entwickeln einen Plan, wie sie in den Besitz dieser Fracht kommen koennen – Kollateralschaeden inklusive. Der Pilot wird mit reichlich Geld und Aussichten motiviert, die Crew raffiniert eleminiert (keine Fluggaeste an Bord). Bei der Landung in flachem Gewaesser wird
a) der Flieger unter Wasser gebracht, dann mit einer den Meeresboden taeuschend echten Plane bedeckt
b) die Leichen bleiben an Bord (werden sich von allein aufloesen)
c) der Pilot wird ebenfalls elemeniert
d) die bösen Buben tarnen sich als Tauchfreunde und bergen die Fracht.

Im Buch taucht James Bond auf. Wer in der wirklichen Wirklichkeit?

Doch kurz weiter mit „Moonraker“ (1955(, bei dem zwei außergewöhnliche Textstellen helle Begeisterung ausgelöst haben.

In dem schreibt Fleming etwas über einen indischen Professor, der bei Pflanzen „Messungen ihrer Reaktion auf Schmerz“ durchgeführt hat. Bond nennt auch den Namen: Sir Jagadis Chunder Bose. Jetzt, knapp 60 Jahre später, zeigt das Orakel von Google, dass es tatsächlich diverse Infos zu Professor Bose gibt:
a) Pflanzenneurobiologie (Pflanzliche Intelligenz)
b) „Die Pflanzenschrift und ihre Offenbarungen“
c) „Seele und Leben der Pflanzen“
usw. usf. p.p.

Die zweite Offenbarung aus „Moonraker“ hängt mit netten Drinks zusammen. (Das Leben kann schön sein.)

Bond ist im Casino und geht seiner Lieblingsbeschäftigung nach: Spielen, gut Essen und noch besser Trinken. Als Aperitif will man einen Wodka trinken, einfach so. Und dann heißt es bei der Bestellung: „Einen Wolfschmidt bitte. Den echten aus Riga. Noch von vor dem Krieg.“ Wie gesagt, wir schreiben das Jahr 1955 und der Krieg – Word War II – war gerade zehn Jahre vorbei. „Vor dem Krieg“ bedeutet also, die Männerbande plant einen möglicherweise ca. 20 Jahre alten Wodka zu verköstigen.

Jetzt aber zu uns: Kennen Sie einen Wodka namens Wolfschmidt? Nö? Ich bisher auch nicht. Aber wieder das Orakel befragt und siehe da, hier ist er: Wolfschmidt Vodka.

Und damit wir wissen, wie das geht mit dem Wodka-Trinken, gibt es noch schnell eine Anleitung dazu: „How to Drink Vodka Like a Russian“.

Bei soviel Wodka und Wolf bleibt mir nur noch,
mich Florence and the Machine anzuschließen:
„Howl“.

Wir sehn uns im Kino!
Glück Auf!

Doppel-D

Digitaler Detox – DAS magische Wort schlechthin. Und genau dorthin will ich, in den DD. In den Zusammenhang finde ich bei Recherchen  ein passendes Bildchen: Martha Roslers „Bringing the War Home“, das u.a. beim European Media Art Festival (EMAF) 2009 in der Ausstellung „Bilderschlachten“ zu sehen war.

Ja! Das EMAF wird es auch in diesem Jahr geben. Festival-Titel: „We, the Enemy“. Das Bild zeigt einen weißen intelligenten Mann (Bart), dem die Resignation ins Gesicht geschrieben ist. Tja.

Das EMAF ist jedenfalls garantiert kein DD.
Bis dahin geht es in die analoge Welt (Rückfälle sind garantiert). Hab Euch lieb.

Wir sehn uns im Kino!
Glück Auf!

Seid umschlungen, Millionen!

Man sitzt im Dunklen, Lichtspiel-Technologie zaubert riesige Bilder auf eine Leinwand, satte Bässe wummern – atemberaubend. Das Adrenalin schnellt in ungeahnte Höhen. Die Sinnesreize führen zu körperlichen Reaktionen …. Diese einfachen biologischen Reaktionen hat sich natürlich auch die Pornofilm-Industrie zu nutze gemacht.

Wir reden hier aber über ganz normales Kino: Filme aller Genres – Action, Komödie, was auch immer – vermögen diese Ausschüttungen von Endorphinen etc. zu erzeugen. Es kommt halt auf die Bilder an und auf das, was in dem Kopf ist, der sie sieht.

Nun stelle ich mir die Frage, wie es einem schwulen Mann geht, der einen Film sieht, in dem überwiegend teilentblößte, muskulöse, eingeölte Männerkörper ihrem durch das Drehbuch vorgeschriebenen Job nachgehen. Was passiert in diesem Mann im Publikum? Findet er gut, was er da sieht? Was denken Sie?

Und wenn dann dieser Mann zufällig Filmkritiker ist und dann das Phantasy-Werk „300 – Rise of an Empire“ verreißt mit Worten wie „feuchter Traum“ von XY-Politikern – was denken Sie dann? Hasst er den Film, weil er ihm seine körperlichen Reaktionen peinlich sind? Kann er sich das verzeihen? Wohl kaum. Also muß der Film dran glauben. Meine Meinung: Soviel Hass kann nur durch etwas sehr Intimes und Persönliches ausgelöst worden sein.

Ich wollte mir diesen „300“ auch nicht ansehen, weil: Vorbei ist nun mal vorbei. Die Schlachten der alten Griechen habe ich zur genüge in den „Sagen des klassischen Altertums“  rauf und runter gelesen. Das reicht fürs Leben.

Aber: Jetzt habe ich die Kritik von Thomas Groh auf Perlentaucher gelesen, die da mündet in die Worte „… Politisch ist dieser Film rundheraus abzulehnen. Aber als überwältigender Fetischfilm macht er verdammt viel Spaß….“ (Womit meine obige These quasi bestätigt wäre.) Und vorher: „…. Seiner ästhetischen Programmatik ordnet er alles unter: Alles ist Exzess, alles Spielmaterial – Raum, Zeit, Körper, Ding und Wucht, Bewegung. Was in „300“ an erotischem Begehren noch albern übergepfropft wirkte, erfährt Konkretion: In jedes Bild schießt ein ekstatischer Überschuss, geradezu gefräßig ist dieser Film, wie er alles einer sehr dunklen Form des Begehrens unterordnet….“ . Mein lieber Scholli!

Wir sehn uns im Kino!
Glück Auf!

„La Grande Bellezza“

Dieser Titel ist Musik, ist Tanz, Leichtigkeit, Schweben – einfach alles. So ist es denn auch nur verständlich, dass dieser italienische Film, eine cineastische Perle, ein Solitär vom Feinsten, nacheinander alle für die Kinobranche wichtigen Preise gewonnen hat.

Von hier aus Gratulation dem Film aller Filme und seinen Machern zum Europäischen Filmpreis 2013, dem Golden Globe 2014 und dem OSCAR 2014 für den besten fremdsprachigen Film.

Wir sehn uns im Kino! (Vorher besorgen wir uns aber noch die DVD von „La Grande Bellezza“! Und gucken! Und glücklich sein! Und Tränchen vergießen!)

Glück Auf!

Sind so schöne Augen

Da war ich also im Kino und habe mir den Agenten-Thriller „Jack Ryan: Shadow Recruit“ angesehen, basierend auf Tom Clancys Romanen.

Es ist die 5. Leinwandadaption, in der die fiktive Figur Jack Ryan auftritt. Bisher wurde sie von Alec Baldwin, zweimal Harrison Ford und dann Ben Affleck verkörpert. Seitdem ruhte der über die Maßen ergiebige Kino-Stoff.

Bis jetzt Chris Pine in die Rolle des Ausnahme-Agenten mit politischem Potential gesteckt wurde.

Machen wir es kurz: Er ist für mich die Fehlbesetzung des Jahres. So ein niedlicher Sonnyboy, der in einem Surfer-Film Furore machen würde …. und der soll Jack Ryan sein? Das ist wie die Besetzung des Jack Reacher, in den Büchern 1,96 m hoch bei etwas über 100 kg Muskel-Masse, mit Tom Cruise (angeblich 1,70 m).

Wie dem auch sei. Pine, ein netter Jungfrau-Geborener, der als Schauspieler durchaus was kann, versucht alles, um irgendwie „männlich“ rüber zu kommen. Aber wirkt das wirklich verlässlich? Belastbar? Unerschütterlich? Mit Schulter zum Anlehnen?

Da weiß wen Besseres.

Diesem Mann kann frau vertrauen: Jeremy Renner, obwohl er manchmal so traurig aussieht. Dafür hat er wunderschöne Augen … Sein vermeintliches Problem: Ist 9 Jahre älter als Chris Pine und vermutlich deswegen für die zunehmend an Juvenilität interessierten Filmproduzenten inakzeptabel. Jedoch: Er ist ein Steinbock-Geborener (im Jahr des Hundes), DER Verläßlichkeitsgarantie schlechthin. Zudem scheinen „Steinböcke“ mit den Jahren immer jünger zu werden bzw. scheint bei denen die Zeit anders abzulaufen, denken wir an Alt-Kanzler Helmut Schmidt. (Alle, die in ihrem Horoskop den Saturn und damit Gott Chronos, s.a. Kronos, an prominenter Stelle haben, dürften dieses Phänomen bei sich auch feststellen – eigentlich angenehm, das. Nur die Umwelt tut sich teils schwer damit – egal.)

Geeignet wäre auch Kit Harington (noch so ein „Steinbock“), bekannt aus – wem sage ich das? – „Game of Thrones“.

Aber: Uns hat ja wieder mal niemand gefragt. Nehmen wir die Dinge, wie sie sind. Sie dürfen so sein.

Doch gibt es in diesem „Jack Ryan“-Film ein wirkliches Highlight, ein Zitat:

„Wir häufen Reue um uns auf wie Bücher, die wir nicht gelesen haben.“ 

Und allein wegen der darin enthaltenen Poesie werde ich diesen Film dann doch in einigermaßen positiver Erinnerung behalten.

Wir sehn uns im Kino!
Glück Auf!