Alles Wurst, oder was?

Das flüsternde Rauschen des Sommerwindes in den Bäumen, das Schnurren einer Katze, das Atmen eines Kindes – Geräusche, die das Leben erst so richtig lebenswert machen. Da holt die Seele Luft und das zermalmte Herz findet zu seiner Ur-Form zurück.

Da kann sich mensch dann sogar an einer Klischee-Darbietung der Xtra-Klasse erfreuen. Sie als Fernseh-Konsument kennten den Clip natürlich, mir als Kino-Gängerin ist er erst seit kurzem geläufig: Der Lufthansa-Spot „Diese Deutschen“.

Ist der denn wirklich von der pc-.Gesinnungsadministration abgenommen worden?

Wie wäre es denn, solche Klischees in einem anderen Umfeld einzusetzen. Wäre das ok?

Beispiel: Hotelbuchung, 2 Zimmer für 2 Menschen, Rechnung entsprechend abgebucht. Beim Einchecken wird 1 Zimmer zur Verfügung gestellt. Anmerkungen, dass doch 2 Zimmer bestellt wurden, müssen mit Nachdruck wiederholt werden. Dann ein zögerliches „Ach jaaaaaa?????“. Dann der Griff auf den Schreibtisch – und siehe da: Es liegen längst zwei ausgedruckte Buchungsbestätigungen und Rechnungsdurchschriften vor.

Welches Nationen-Klischee greift denn hier wohl? Ein Tipp: Das Frühstücks-Buffett enthielt Null Stück Grunzfleisch. Was für eine Vorlage für ein Klischee. Oder sind diese „Schablonen“ nur duldbar, wenn es um etwas vermeintlich positives, da vermarktbares geht?

Wir sehn uns im Kino!

Glück Auf!

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Everybody’s Darling Goes „Deep Throat“

Ein Kinobesuch kann so erhellend sein. Es fängt gleich mit dem Werbeprogramm an. Da gibt es aktuell einen Clip „Einfach sehen, wo man sparen kann“ der Sparkassen für ihr Girokonto-Angebot. Der Clip zeigt ein offensichtlich gut situiertes Paar bei Tisch. Die weibliche Hälfte listet diverse Ausgaben auf, alle im gehobenen Bereich. Und dann die für Strom: 70 Euro. Da muß sofort gespart werden, sofort. Und prompt dient der heiße Hintern des Mädels als Toaster-Ersatz.

Bravo!

Das nenn ich mal einen gut gemachten Werbe-Clip: Super Idee, klasse Umsetzung. Kurz, knackig und dann noch die doppelt Botschaft. Da muß man erst mal drauf kommen.

70 Euro Stromkosten habe ich schon beinahe. Und bei mir brennt Licht nur in den Räumen, in denen ich mich aufhalte. Ohne Kühltruhe, Mikrowelle, Fernsehen, Radio etc. Und die beiden sollen zu zweit !!!!! auf 70 Euro Stromkosten kommen? Oh Baby, selten so gelacht.

Aber eigentlich war ich im Kino um „Big Wedding“ zu sehen. Ok, der Film ist tatsächlich derartig uninspiriert inszeniert, dass er schon Übelkeit erregend wirkt. Es war zu erwarten. Doch ich wollte Amanda Seyfried sehen. Die hat in diesem Produkt allerdings  eher eine Statisten-Rolle. Sehr schade eigentlich. Aber so ergeht es hier auch anderen Hoffnungsträgern des Filmgeschäfts wie Topher Grace und Ben Barnes. Wirklich wirklich schade.

Aber zurück zu Amanda Seyfried, der Frau mit den Bette Davis-Augen. Seyfried hatte in grauer Vorzeit, d.h. 2008,  in dem Musical „Mamma Mia!“ sogar die omnipräsente Meryl Streep ausgestochen und sich elegant in die A-Liga gespielt. Danach gab es für die talentierte Seyfried jede Menge Rollen in Romanzen. Und jetzt das: Sie spielt die Linda Lovelace in dem Film „Lovelace“, in dem es ein Wiedersehen mit dem wirklich wunderbaren Wes Bentley gibt. (Für alle, die es vielleicht nicht wissen sollten: Die aus „Deep Throat“ bekannte Lovelace ist die berühmteste Porno-Darstellerin der 1970er Jahre.)

Mit anderen Worten: Amanda Seyfried  entdeckt die dunkle Seite der Macht. Das nenn‘ ich Mut, Cojones, Chuzpe – oder schlicht eine Verzweiflungstat, um sich endlich, endlich Respekt als Schauspielerin zu verschaffen.

Wir sehn uns im Kino!
Glück Auf!

Sexiness II

Noch etwas erschöpft vom letzten Zipperlein, wage ich mich an ein komplexes Thema: Den Film-Bösewicht.

Was uns aktuell dabei auffällt? Na kommen Sie, das sieht doch wirklich jeder. Die Bad Boys werden irgendwie zunehmend sexy. Das war in Filmen ja bisher den Frauen vorbehalten. Da ist die „Böse“ eigentlich immer die attraktivere.

Jetzt hat das Postulat äußerer Wert also auch die Jungs erwischt. Beispiel?

Nehmen wir doch Blockbuster-Garant Bond: In „Skyfall“ beispielsweise darf Javier Bardem dem Agenten mit der Doppel-Null so richtig einheizen. Dabei fällt auf, dass Bardem nun wirklich alles andere als eine Schönheit ist. Aber: Er ist sexy, wirklich sexy.
Nebenbei: Dass er so auf M einhackt, liegt ja wohl an ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Denn, dass ein Mann soviel Hass auf eine Frau entwickelt, ist mehr als ungewöhnlich. Im allgemeinen – sehr verkürzt formuliert – liegt es wohl eher daran, dass er entweder einen Korb erhalten hat oder aber zu wenig Traute sowie Herz hatte, sich ihr erkennen zu geben. Bequemer weise wird dann die Wut auf sich sowie das eigene „Versagen“ (in seinen Augen) auf die zuvor innig Angebetete projiziert. Und dann wird geheult, wenn die Puppe tot ist – na klar…

Aber lassen wir das.

Der nächste sexy Bad Boy begegnet uns in „The Last Stand“. Der (Eduardo Noriega) ist in einem wirklich schicken Auto, einer Corvette (ZR1) sehr schnell unterwegs, was natürlich seinen S-Faktor nach oben schraubt. (Was ist ein Mann schon ohne sein Auto?) Und dann sieht er auch noch recht schnuckelig aus. Hilft ihm aber alles nichts.

Genug davon, diese zwei mögen hier als Beispiele reichen.

Es geht aber nach wie vor ganz anders, was allerdings erst in der Original-Fassung klar wird. (Die deutsche Synchronstimme ist in diesem Fall eindeutig überfordert.) Oder haben Sie schon mal eine bösere, schmutzigere, niederträchtigere Stimme gehört als die von Sean Penn in der Rolle des Mickey Cohen in dem kleinen Meisterwerk „Gangster Squad“? (Ein dickes Lob auf Penn!) Im Trailer wird es deutlich  – die komplette Antithese zu meinen vorigen Aussagen. Die Bösen können eben auch gemein. Aber wir sind ja flexibel.

Wir sehn uns im Kino!
Glück Auf!

Sexiness I

Wie ich neulich dem dancefloor meines Vertrauens einen Besuch abstatte, fiel mein Blick auf die Schuhe der Tänzer. BINGO. DAS war jetzt aber eine Überraschung: Bis auf einen hatten alle Männer (= 50% der Tänzer) Lederschuhe an den Füßen. Was war geschehen?

Noch im November war das Bild folgendes: Die Frauenfüße waren in nettes Leder oder sogar High Heels gewandet, die der Typen in gurkige Sneaker.

Und jetzt das. Das Rätsel muß doch lösbar sein, richtig?

Getreu dem Motto: Wer im Kino war, kennt das Leben, fiel mir ein grandioser Film ein, der die Männerfußbekleidung – unter vielen anderen Aspekten – thematisierte. Die Rede ist von „Crazy, Stupid, Love.“ mit Ryan Gosling und Steve Carell.

Dieser Film beginnt mit einem Kamera-Schwenk unter die Tische eines vollbesetzten Restaurants. Überall wird gefüßelt. Überall? Nein. An einem Tisch herrscht Funkstille: Sie in schicken Schuhen, er mit Turnschuhen.

Tja. Soweit der Auftakt. Kurz danach hat sie sich von ihm getrennt. Und er gerät an einen Pick Up Artist (PUA), der ihm die Welt erklärt und bohrend fragt: „Are You Steve Jobs“ (ab Min. 1). Eingeführt wurde er so (s. 00:24 im Trailer).

Und jetzt wage ich einmal eine Schlussfolgerung: Dieser Film war sehr erfolgreich. Auch Männer haben ihn sich angesehen. Und da hat der eine oder andere vielleicht einen abenteuerlichen Denkprozess zugelassen, der bisher energisch vermieden wurde. Vielleicht erhöht es ja meine Chancen, könnte sich so ein Männerkopf gedacht haben, wenn ich situationsbezogenes Schuhwerk an meine Füße packe. Vielleicht macht das ja die Frauen scharf. Wer weiß.

Wir sind auch im ungewissen, sehn uns aber trotzdem im Kino.

Glück Auf!

Gib mich die Kirsche…

… oder so ähnlich könnte es klingen.

Tatsächlich freuen wir uns, das Brad Pitt das neue Chanel Nr. 5-Girl ist. Hatte Nicole Kidman eine gute Figur bei dem Job gemacht, so gibt Brad dem Duft doch ein Gesicht. Unverwechselbar sieht er uns von den Werbe-Aufstellern an. Geglückt. Und wenn wir ihn sehn, wie er in „Thelma & Louise“ die schüchterne Thelma (Geena Davis) entkrampfte, freut es uns für die unvergeßlichen Kinominuten.

Doch halt! Wovon träumen Sie denn gerade? Ja, genau Sie? Sie sind doch glücklich verbandelt – und trotzdem gleiten ihre Augen immer wieder zu dem Dreambody, auf den man (hier wohl eher Frau) so richtig scharf sein kann. Interessant. Wirklich interessant. DAS hätte ich gerade von Ihnen am wenigsten erwartet.

Bei einem Mann ist das natürlich ganz anders. Der streut so gerne in der Gegend herum. Das ist seine Natur.

Und so kommen wir zum Pudels Kern: Das Hinterher-Gucken ist den Männern genetisch eingewachsen, derweil Frauen (steile These, ich weiß) sich auf ihren Liebsten konzentrieren.

So dachte ich es immer. Anscheinend falsch gedacht. Denn angeblich sind Frauen ganz heiß auf Pornos (und damit auf irgendwelche andere, fremde Kerle mit Monster-was-auch-immer bei Hochleistungsartistik und -akrobatik), weswegen ein Anbieter wie YouPorn auch so viele Klicks haben soll.

Ob das wirklich stimmen kann? Immerhin sagt sogar „Beate Uhse“, dass „die Männer im Internet verschwunden sind“, weswegen „B.U.“ sich auf die weiblichen Kundschaft spezialisieren will. Wenn aber die Frauen doch auch alle mit Begeisterung Pornos gucken (warum eigentlich? Stellen Sie sich vor das Schaufenster eines Lebensmittelhändlers, wenn Sie hungrig sind? Oder kochen Sie sich was? Oder besorgen sich sonst etwas handfestes und zum Reinbeißen?), tja, dann wird die Firma Beate Uhse wohl aufgeben müssen.

Vielleicht ist aber auch alles ganz anders. Bei dem Thema bleibe ich dran, versprochen!

Wir sehn uns im Kino!

Glück Auf!