So fängt es an

Ob sich Jim Morrison das wirklich so gedacht hat, als er seinen Schamanen-Gesang „The End“ präsentierte? (youtube)

Nach Seth Rogen und seinem Mitstreiter Jay Baruchel (s. auch „Tropic Thunder“) wird es genau so kommen – das sagt zumindest ihr grandioses Apokalypse-Drama „Das ist das Ende“ mit mehreren Akten und wenig Überlebenden – materiell gesehen, spirituell stellt es sich anders dar. Perfekt sozusagen. Wieder was dazu gelernt.

Quintessenz dieser obsessiven Weltuntergangs-Mär: Licht und Liebe sind das Ziel und der Weg, alles andere führt Luzifer und dem Drachen direkt in die Arme. Auch Hochmut und Hoffart wie James Franco (s. auch „Ananas Express“, der in „Das ist das Ende“ eine gewisse Rolle spielt) am eigenen Körper erleben kann.

Ich sage es mal so: Nach „Springbreakers“ und „La Grande Bellezza“ hat mich dieses Werk am – jetzt kommt ein oft missbrauchtes Wort, nutzen werde ich es trotzdem – nachhaltigsten beeindruckt. (Bis auf den Schluß, sehen Sie selbst). Vergleichbar ist es mit dem unvergesslichen „Dogma“ von Kevin Smith bei dem es auch beträchtlich überirdisch zugeht.

Jedenfalls hat „Das ist das Ende“ Assoziationen geweckt und die führen direkt zu George Clooney. Wieso das? Davon beim nächsten mal.

Wir sehn uns im Kino.

Glück Auf!

von sspicy5 Veröffentlicht in Filme

Shocking

Nur noch plus 25 Grad Celsius in der Wohnung. Wie soll das nur in den nächsten Tagen werden?

Dann kommt der Sommer – zumindest die dazu gehörigen Temperaturen – zum Ende. In diesem Jahr ist dann Schluß mit Licht. Wer noch eine Portion Extra benötigt, reist in die entsprechenden Länder. Während bei uns der UV-Index am letzten Freitag bei Stufe 6 stand, war er im Mittelmeerraum bei Stufe 12 – das doppelte also. Wer über die ach so gnadenlose Hitze hierzulande jammert, aber andererseits im Hochsommer einen Urlaub auf einer Mittelmeerinsel durchzieht, wirkt auf mich jedenfalls ein ganz klein wenig schizo. Das ist so wie bei denen, die meinen, sie könnten ihr Leben in ein Arbeits-Ich und ein Freizeit-Ich aufteilen. Unmöglich. Solange unser Hirn eins ist, ist das andere auch eins.

Egal.

Jetzt wird es kitschig: An dem legendären „Bruthitze“-Freitag (1. August 2013) passierte etwas für mich wunderbares: Ein heißer Wüstenwind, Mittags-Sonne und Mittags-Hitze, ein Fahrrad – ich radel die Straße entlang. Und während der Wind weht, singt meine Seele – oder das, was ich dafür halte – und es denkt in mir: Jetzt spanne ich meine Flügel aus und fliege mit dem Aufwind davon.

Da springt die Ampel auf Rot.

Doch über uns war der Himmel so weit und blau und vollkommen chemtrailfrei, so wie er nur noch ganz selten zu sehen ist. (Dazu taucht aus den Tiefen des Internets doch eine Frage auf, die das Thema von ganz anderer Seite beleuchtet: „Are Militant Atheists Using Chemtrails to Poison the Angels in Heaven?“)

Und hier und hier zwei Ergänzungen.

Wie auch immer. Genießen wir die letzten Tage des Sommers, den „Summer in the City“.

Wir sehn uns – in einer Bar oder auf einer Dach-Terrasse mit einem netten Rum-Cocktail in der Hand.

Glück Auf!

Elegante Elegie

Vom Feinsten: „La Grande Bellezza – Die große Schönheit“ entführt sein Publikum in eine Welt der Reichen und Schönen. Austragungsort der Dauerparty: Rom, die ewige Stadt. Und weil es dem Helden Jep so gut geht, jammert er mächtig rum. Das führt dann zu einer filmischen Elegie voller Bild-Poesie, wie man sie selten gesehen hat. Dass der Text banal sein soll, wie manche schreiben – was solls? Das Leben an sich ist ja auch ziemlich banal. Insofern spiegelt das italienische Werk das Hiersein doch perfekt.

Noch während der 142 Filmminuten entsteht die Assoziation an eine Party auf der anderen Seite des Globus: „Spring Breakers“ ist eindeutig die zweite Seite der Medaille, die da lautet: Lass es krachen, wir sind die 24-Hour-Party-People,  genau wie es der gleichnamige Film von Michael Winterbottom erzählt.

Und – ich gestehe – vom Anblick derartiger dolce vita verführt, habe ich mich gestern auch ein wenig in Sachen Party versucht. Das führte dann zu dem schlechtesten Martini-Cocktail seit ewigen Zeiten. Dieser Gaumen-Gau wiederum verlangte nach Revanche, die ich in der Bar meines Vertrauens bekam. Tja, und jetzt brummt der Kopf und die Konzentration schwächelt– komisch. Muß doch der erste Drink gewesen sein…
Wir sehn uns im Kino!
Glück Auf!

von sspicy5 Veröffentlicht in Filme

Inspirierte Heiterkeit ./. größtem Schmarrn

Zuerst der Schmarrn: Das hatte ich ganz anders erwartet. Als ich das neue Buch „Fear – Grab des Schreckens“ des Autoren-Dous Preston & Child in der Stadtbücherei vorbestellte, dachte ich: Klasse, endlich ein neuer Fall für den sehr sehr reichen, mysteriösen Special Agent Pendergast.

Und was ist: Nichts ist. Dieses Buch ist so absolut erbärmlich, dass ich mich schäme, überhaupt jemals etwas von den beiden für lesenswert befunden zu haben. Die unbeholfene Sprache – teils auf Schülerzeitungsniveau – ist dabei nur das kleinste Problem. Was mich wirklich angeödet hat ist die gebetsmühlenartig heruntergeleierte  „deutsche-Nazis-sitzen-im-brasilianischen-Dschungel-und-betreiben-Genmanipulationen-um-die-Welt-zu-beherrschen“-Tirade.

Das hat man doch bestimmt schon mal gehört/ gelesen/ gesehen, oder?

Halten die beiden die LeserInnen für blöd, oder was? Glauben die wirklich, dass ein so kruder Plot ernst genommen werden kann? Die Weltherrschaft durch 150 genmanipulierte vermeintliche Siegertypen erringen? Hallohohoho!!!! Alles gar da oben?????

G e l d   regiert die Welt, damit kauft man sich Wissen und regiert dann noch viel entspannter. In dem Zusammenhang fällt mir ein gelesen zu haben, dass – so glaube ich mich jedenfalls zu erinnern – die USA so viel Schulden bei den „Chinesen“ haben, dass man sich fragen muß, wer ist denn hier nun die wahre Weltmacht? Die Puppe oder der Spieler?

Gruselig, einfach gruselig.

Aber genug gejammert.

Hier die inspirierte Heiterkeit: Es gibt ja noch gute Filme, wie beispielsweise „Ich einfach unverbesserlich 2“: Ober-Superschurke Gru (wer außer ihm hat denn wohl sonst noch den Mond vom Himmel geholt?) wächst über sich selbst hinaus. Und ein Kindergeburtstag mit funktionstüchtiger Wolfsfalle und Kettensäge inmitten sonstigem Spielzeug hat wirklich was erfrischendes.

Wir sehn uns auf alle Fälle im Kino.

Glück Auf!

von sspicy5 Veröffentlicht in Filme

Geht ab wie Luzi

„Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ ist DIE Überraschung des Jahres. Wer hätte auch erwarten können, dass eine deutsche Film-Produktion fernab von Betulichkeit, Gähn-Gefühlen und gebetmühlenartig zelebrierter Erinnerungskultur tatsächlich möglich ist.

Ok, es gibt Til Schweiger, der mit seinem „Schutzengel“ politisch-korrektes Minenfeld betrat. Sein Haus wurde beschmiert, das Auto seiner Freundin abgefackelt – weh dem, der gegen das aktuelle Meinungsdiktat zu verstoßen scheint.

Bei „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ werden jedenfalls, sensible Seelen wird es freuen, politische Sprengfallen vermieden, bis auf freche Witze, rauchen in der Öffentlichkeit, Rauschmittelkonsum … tja….

Es geht – ganz kurz – um eine Schülerband (Systemfehler), deren Frontmann einen Song mit dem Titel „Wenn Inge tanzt“  geschrieben hat. (Ich weiß, so was wie „El Macho“  von Mark Knopfler ist musikalisch „besser“. Was solls.) Dieser Song jedenfalls wird ein großer Erfolg und könnte der Band zum Karrieredurchbruch verhelfen. Dumm nur, dass die besungene Inge eine Mitschülerin ist, die sich veräppelt fühlt. Noch mal dumm, dass der Gitarrist der Band verunfallt. Noch dümmer, dass nur Inge ihn bei dem megawichtigen Termin (Auftritt vor der Indie-Rock-Band Madsen) ersetzen kann.

Natürlich entwickelt sich die Geschichte genre-typisch: Erst Hiebe, dann Liebe  – jedenfalls so ähnlich.

Wie das jedoch erzählt wird, dass ist große Klasse – Spaß hoch zehn – wegen der Überraschung (s.o.) aber auch wegen dem furiosen Verve, mit dem es voran geht. Vor allem Tim Oliver Schultz als Macho Max sprengt die bisher geltenden Regeln für Film-Performance. Wer glaubt, dass Jim Morrison lebt, könnte recht haben. Das von T.O.S. verschleuderte Charisma kommt dem des genialen Doors-Sängers offensichtlich sehr nahe.

Wie auch immer.

Natürlich fragt frau sich angesichts dieses Faszinosums, wer um alles in der Welt denn dafür Verantwortung trägt. Natürlich ist es immer derjenige, der das Geld gibt. Und da gibt es dann – noch eine Überraschung – zwei Antworten. Laut Wikipedia-Eintrag wurde der Film von der Film- und Medienstiftung NRW, der Filmförderungsanstalt sowie dem Deutschen Filmförderfonds gefördert.

Die angesagte Filmdatenbank german.imdb.com wiederum listet als Produzenten die Firmen Splendid Produktion sowie Mecon Media Concept. Da schau her.

Für mich sieht es aus, als wäre überwiegend privates Geld in die Produktion geflossen. Und das bedeutet, dass Til Schweiger (s.o.) recht hat. Denn der sagte mal – sinngemäß: Weg mit der Filmförderung, dann wird der deutsche Film auch besser. Denn wie es jetzt ist, bekommen die Geld, die gut Anträge schreiben können. Derweil gehen die, die gut Filme machen können, mehr oder weniger leer aus.

Könnte was dran sein.

Wir sehn uns auf alle Fälle im Kino!

Glück Auf!

Männer? Männer!

Während an den Universitäten ein bizarrer Wettlauf zum Thema „Wie mache ich mich – dank stetig fließender Fördergelder  ganz locker zu bewältigen – lächerlich und richte dabei noch maximalen Schaden an?“ stattfindet, ist auf anderen Ebenen der Realität ein erfreulicher Wandel zu verzeichnen.

Seien wir ehrlich: Natürlich ist „weiblich“ an sich klasse. Ohne „weiblich“ hätten wir null Leben. Aber ist ein Übermaß an weiblich = dunkel, weich, kalt, Ruhe denn wünschenswert. Da muß doch wohl ein korrigierendes Etwas her. Man nennt es „männlich“ = hell, hart, heiß, Aktivität. Es ist die Lehre von Yin und Yang, dem ewigen Wechselspiel von „weiblichen“ und „männlichen“ Eigenschaften, die erst den richtigen Drive bringen.

Und weil eben auf der einen Seite wie verbohrt ausschließlich das weibliche Prinzip als allein selig machendes in den Himmel gelobt wird, kann andererseits etwas wie DMAX existieren – und das sogar gewinnbringend. Auch Frauen (zumindest ich) finden DMAX – eigentlich von Männern für Männer – klasse.

Was das ist? Zuerst mal ist es ein TV-Format (www.dmax.de/empfang) – ein erfolgreiches Format. Folgerichtig gibt es inzwischen das Magazin. Und auf youtube bietet DMAX unter DMAX Motor ganz aktuell alles zu – ja was wohl? Wir sehen, DMAX tummelt sich zu Lande, zu Wasser und in der Luft = ist in den Medien TV, Print und Internet unterwegs.

Der Markt für vermeintlich „männliche“ Themen wie „Mit dem SUV durch Bhutan“ oder „Extremsport“ ist eindeutig da. Besonders erfreulich in der Juni-Ausgabe ist da noch der Hinweis auf ein schweizer Qualitätsprodukt: das Panorama-Messer. (Hat das bisher eigentlich jemand vermisst? Aber schön ist doch, dass es das gibt, gelle?)

In diesem Zusammenhang – wie schaffen wir einen Ausgleich zu dem grassierenden Gender-Wahnsinn – kann denn auch das Angebot für den „Hornbach-Hammer aus Panzerstahl“ verstanden werden. Ich glaube sogar, dass ich mir den besorge… Ist das jetzt Besorgnis erregend?

Wir sehn uns im Kino!

Glück Auf!

Politisch-Korrekt: „The Grandmaster“

Allerdings anders pc als gedacht. Denn: „The Grandmaster“ ist ein chinesischer Film unter der Regie von Wong Kar-Wai.

Der Autorenfilmer hat sich bisher mit sehr bildpoetischen Filmen einen Namen gemacht. Jetzt widmet er sich genauso bildgewaltig dem Leben von Bruce Lees Lehrer Yip Man – übrigens eine sehr freie, da stark verklärende Interpretation eines spannenden Lebens. Die Wahrheit hätte völlig gereicht.

Nur: Mußte es so durchtränkt sein von – naja – Küchenweisheiten? Bedeutungsschwere Worte wechseln sich mit erlesenen Bildern ab. Einige Kämpfe sind mitreißend inszeniert, die Bordell-Sequenzen durchaus authentisch.

Doch was soll das: Der Norden geht in den Süden, der Süden geht in den Norden? Der Norden muß vom Süden lernen? Der Süden wäre nichts ohne den Norden? Die alten Männer müssen weichen, damit die jungen sich einen Namen machen können?

Was fällt uns nur dazu ein? Richtig! Es handelt sich bei „The Grandmaster“ um eine chinesische Produktion. Wie überall bei staatlich subventionierter Kunst reichen auch dort die Einflüsse der Förderer weit in den Inhalt hinein.

Klartext: Peking (Norden) und Shanghai (Süden) leben schon länger in Konkurrenz zueinander. Sitzen im Norden die politischen Hardliner, sind dem Süden die eher liberaleren, d.h. dem Handel zugeneigten Kräfte zuzuordnen. Da aktuell die Volksrepublik China mit einer sehr an wirtschaftlicher Prosperität ausgerichteten Regierungsspitze versehen ist, kann eine Ähnlichkeit in Bezug auf „The Grandmaster“ kaum noch übersehen werden.

Die alten Männer sind gewichen, damit sich die jungen (Staatspräsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang) einen Namen machen können.

Willkommen in der schönen Welt der Propaganda-Filmanstalten – so was schönes war noch nie da…… Und warum sollte es in Fernost anders zugehen als im Westen?

Wir sehn uns im Kino!

Glück Auf!

von sspicy5 Veröffentlicht in Filme

Alles Wurst, oder was?

Das flüsternde Rauschen des Sommerwindes in den Bäumen, das Schnurren einer Katze, das Atmen eines Kindes – Geräusche, die das Leben erst so richtig lebenswert machen. Da holt die Seele Luft und das zermalmte Herz findet zu seiner Ur-Form zurück.

Da kann sich mensch dann sogar an einer Klischee-Darbietung der Xtra-Klasse erfreuen. Sie als Fernseh-Konsument kennten den Clip natürlich, mir als Kino-Gängerin ist er erst seit kurzem geläufig: Der Lufthansa-Spot „Diese Deutschen“.

Ist der denn wirklich von der pc-.Gesinnungsadministration abgenommen worden?

Wie wäre es denn, solche Klischees in einem anderen Umfeld einzusetzen. Wäre das ok?

Beispiel: Hotelbuchung, 2 Zimmer für 2 Menschen, Rechnung entsprechend abgebucht. Beim Einchecken wird 1 Zimmer zur Verfügung gestellt. Anmerkungen, dass doch 2 Zimmer bestellt wurden, müssen mit Nachdruck wiederholt werden. Dann ein zögerliches „Ach jaaaaaa?????“. Dann der Griff auf den Schreibtisch – und siehe da: Es liegen längst zwei ausgedruckte Buchungsbestätigungen und Rechnungsdurchschriften vor.

Welches Nationen-Klischee greift denn hier wohl? Ein Tipp: Das Frühstücks-Buffett enthielt Null Stück Grunzfleisch. Was für eine Vorlage für ein Klischee. Oder sind diese „Schablonen“ nur duldbar, wenn es um etwas vermeintlich positives, da vermarktbares geht?

Wir sehn uns im Kino!

Glück Auf!

I Am Jonny K.

(Hinweis: Das Artikel-Bild zeigt nur einen kleinen Teil des Gedächtniszeltes.)

Beginnen wir mit einem Rätsel: Was ist das? 6 „stehen“ um einen herum und dann liegt der eine am Boden, blutet und ist wenige Stunden später tot. Antwort: Der „Todesfall“ Jonny K. 

Dieser „Todesfall“ hatte mich – wie viele viele andere – sehr sehr nachdenklich werden lassen. Ein deutsches Opfer? Ja und nein. Jonny K. hat thailändische und deutsche Eltern, war in seiner kurzen Lebenszeit ein typisches Kind des multi-nationalen Berlins.

Inzwischen sind etliche Monate ins Land gegangen. Aber am Ort seines „Todesfalls“ steht noch immer ein kleines Zelt (Alexanderplatz, Nähe Rotes Rathaus, gegenüber Eisdiele) zum Gedenken an Jonny K. Passanten halten kurz für eine Andacht oder fragen andere: Was ist hier geschehen? Schulklassen werden bei ihrem obligatorischen Berlin-Ausflug zum Alexander-Platz und dem Roten Rathaus geführt. Dort stehen sie, machen Fotos auf ihren Handys, verteilen diese in socials medias.

Ein Verein wurde gegründet: i am jonny.

Wie tief dieser „Todesfall“ auch die Einwohner Berlins berührt hat, zeigt eine kleine Beobachtung: In Berlin – mehr noch als andernorts – gibt es Menschen, die ihren Lebensunterhalt durch Flaschen sammeln sichern. An diesem Tag sah ich an diesem Mahnmal zwei Teenies mit ihren gesammelten Flaschen. Die stellten dort eine Kerze auf = dem Gegenwert von drei per Hand aus Containern gesuchten Flaschen…

Wir sehen: Dieser „Todesfall“ ist der ultimative Marketing-Super-Gau für die Stadt Berlin.

Und ich: Tja, gerade noch pulsiert das Leben und alles ist licht und warm und im Bruchteil einer Sekunde ist da NICHTS mehr – mir sind Tränen in die Augen geschossen, obwohl ich ja wusste, dass an dieser Stelle ein Mensch zu Tode getreten wurde. Noch immer ist diese Gewalt so unglaublich präsent, was zu der Frage führt: Kann Gewalt so etwas wie eine Aura hinterlassen?

Laßt uns lieber ins Kino gehen, da ist alles nur virtuell.

Glück Auf!